Dienstag, 6. März 2012

Besonderheiten aus Korsika: Die Korsische Cedrat-Zitrone A Limea oder Alimea

Liebe BesucherInnen,
heute möchte ich Ihnen einen weiteren Beitrag aus der Reihe „Besonderheiten der Flora Korsikas“ vorstellen.
Ich möchte Ihnen von der Cedrat-Zitrone berichten.
Die Cedrat-Zitrone oder Cedratfrucht (Citrus medica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zitruspflanzen in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Man nennt sie auch medischer Apfel, Zedernfrucht, Zedrate und Zedrat-Zitrone.

Sie stammt Ursprünglich aus Südostasien und wird heute außer auf Korsika vorwiegend in Kalabrien, Sizilien, Marokko, Kreta sowie Puerto Rico angebaut.
Der Strauch oder kleine Baum bildet eine unregelmäßig geformte Krone. Die Pflanze ist relativ kurzlebig und bildet nur leichtes Holz. Junge Zweige sind kantig und rötlich gefärbt, sie sind mit kurzen, dicken Dornen besetzt.
Die Blätter sind oval, mit stumpfer Spitze und abgerundetem oder keilförmigem Blattgrund.
Die duftenden Blüten stehen in wenigblütigen Blütenständen. Die Blütenknospen sind rötlich, die Blütenblätter sind oben weiß, unten rötlich.
Die Früchte haben eine unregelmäßige, höckerige, sehr dicke Schale und können bis zu 25 cm lang und 4 kg schwer werden. Sie sind oval geformt, oft mit einer Ausstülpung an der Spitze, wie man sie von der Zitrone kennt. Die äußere Schale ist bei der Reife gelb und duftet, darunter befindet sich das dicke weiße Mesokarp. Das hellgrüne Fruchtfleisch kann süß oder sauer sein, nimmt aber nur einen geringen Teil der Frucht ein. Die Samen sind glatt, an einem Ende zugespitzt, im Innern weiß.

Das spärliche Fruchtfleisch wird frisch kaum verwertet. Die gelblich-grüne bis goldgelbe Schale hingegen wird zu Zitronat, Konfitüre und Likör verarbeitet. Das ätherische Öl wird auch zur Parfümherstellung verwendet.
Im Mittelmeerraum wird die Cedratfrucht hauptsächlich in den Küstenregionen angebaut und von September bis November geerntet.

Die Variante Korsische Cedratfrucht wurde seit dem Ende des 19. Jahrhundert intensiv auf Korsika kultiviert. Man pflanzte sie in terrassenförmigen Obstgärten in Heckenform angeordnet, zum Schutz gegen Wind, damit die Früchte nicht von ihren eigen langen Stacheln beschädigt wurden.

Die Produktion war die weltweit wichtigste der Epoche, und die Ernte war ausschließlich zum Export nach Italien und Nordeuropa bestimmt, wo sie zu Zitronat verarbeitet wurde.
Ein Teil der Erne diente jedoch zur Herstellung des traditionellen Cedratlikörs, der auch heute nicht mehr von der Insel wegzudenken ist. Er besteht aus 24% Alkohol, Zucker und Cedratfruchtfleisch.

Heutzutage gibt es nur noch wenige kleine Plantagen auf Korsika, die u.a. kleine Mengen an die Hersteller von Likören (Mattei, Damiani) und Konfitüren (Vincensini, Charles Antona u.a.) liefern.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
liebe Grüße,
Miluna


Anbei ein kleines Video zur Cedratfruch aus Korsika



© Miluna Tuani

Keine Kommentare: