Montag, 22. August 2011

Parodistisches aus Korsika: Die (Alp)-Traumpizza

hallo liebe BesucherInnen,

heute möchte ich Ihnen einen kleinen parodistischen Beitrag vorstellen, der aber auf wahren Ereignissen beruht!
Achtung für schwache Nerven mit Vorsicht anzugehen.  Kann extreme Lachreaktion mit sich ziehen!

Die (Alp)-Traumpizza

Vorwort:

Ich hatte vor kurzem die Idee, eine Rubrik zu erstellen, die die schlechtesten Restaurants der Insel auflistet,  also welche auf jeden Fall zu meiden sind, was Qualität des Essens, Freundlichkeit der Bedienung, Sauberkeit,  usw. angeht. Ich habe da so einige starke Stücke in den letzten Jahren kennengelernt und auch Bekannte von mir, berichten mir nicht selten von ihren Horrorerfahrungen. Natürlich kann ich hier keine Namen nennen! (ich möchte ja nicht wie vor kurzem wie einer dieser Restaurantbesitzer abgeknallt werden... das ist wohl die extreme Variante, seine Unzufriedenheit auszudrücken) – (Achtung liebe Restaurantbesitzer: nehmen  sie sich vor Kunden in Acht, die auf ihre Frage „hat es ihnen geschmeckt?" nicht oder nur stillnickend antworten!)

Fangen wir in meiner Gegend, der Ostküste an: da hat man mir von einem Lokal berichtet, welches ich Ihnen auf jeden Fall ab-empfehlen möchte: Es liegt am Strand in einem Feriendorf, von einem einheimischen jungen Equipe betrieben.
Eine Bekannte von mir ist dort „Pizzaessen" gegangen, und was man ihr dort als Pizza vorsetzte, würden sogar ausgehungerte wilde Schweine verweigern:

Vor Ort angekommen, parkte sie ihren Wagen auf dem Parkplatz, wo sich gerade ein Rettungswagen mit lautem Sirenengekreische auf den Weg ins städtische Krankenhaus nach Bastia aufmachte.
Als sie eintrat, war das Lokal so gut wie voll (fragt man sich wirklich, ob die Besitzer keine Angst vor der Konsequenz eines Massenmordes haben!)

Ohne irgendwelche Begrüßung, (man sagt ja den Korsen nicht unbedingt eine Vorliebe zum Redefluss nach!)  führte man meine Bekannte zu einem Zustelltisch nahe der Toilette, aus deren Richtung es eben wie aus einer Toilette (wie aus einer schmutzigen!) roch, besser stank. (Nicht der erste und nicht der letzte Gast hatte sich dort nach dem Verzehr darin entleert, scheinbar von vorne und von hinten).

Endlich Platz genommen, (wenn auch wegen des Gestankes mit Selfmade - Atemschutz vor der Nase aus weißen Papierservietten mit dem Mohrenkopf darauf - als korsische Flagge getarnt) verging zwischen der Bestellung und dem Servieren  fast zweieinhalb Stunden (kein Wunder dass die Pizza zu „cottu" war, das ist einfach eine zu lange Kochzeit für eine Pizza!!!)

Schließlich servierte man  ihr ihr Menu: einen Riesenteller mit einem winzigen Salatblatt darauf mit einem echten „gemeinen Gartenschnecke" dekoriert, von stolzen  5 cm Länge, hellbraun mit Leopardenmuster,  (und dazu noch quietschlebendig! Das arme Tierchen streckte seine Fühler raus und schaute die Hungrige mit schmachtendem Blick an, nach dem Motto, „lass mir mein Abendessen und bestell dir einen anderen Salat"!
Diskret warf sie die arme Nacktschnecke mit ihrem Salatblatt in den nahestehenden Palmenkübel und war nicht erstaunt, dass sie dort schon reichliche Salatablagen angefüllt mit einer glücklichen Schneckenbande entdeckte.  
Magenknurrend wartete sie auf ihre Pizza, ein Glas Roten genießend, in dem einige Obstfliegen scheinbar die letzten Minuten ihres Lebens ausgehaucht hatten.
Dann endlich traf ihre Pizza ein: Der Teller nahm auch fast den ganzen Tisch ein, doch die Pizza hätte man mit einer Lupe besser gesehen, zumal es fast dunkel im Saal war, da nur eine Ökoglühlampe einen von Nachschmetterlingen umflogenen und umsurrten und von Spinnenweben behangenen Lampenschirm verzierte.
Sie wollte sich nun auf ihre Pizza stürzen, doch vor ihr lag ein hauchdünnes Teig - Blatt, von nicht mal einem zehntel Millimeter Dicke. Das Blumenmuster des Tellers schimmerte hindurch, obwohl  eine stinkende gründurchzogene schmierige Käsemasse reichlich darauf verteilt schien. Zum Glück war es so dunkel, dass sie die kleinen weißen Fliegenmädchen nicht entdeckte, die sich eifrig im Schimmel der schmierigen Käsemasse tummelten!
Sollte das der Roquefort sein? Und wo war der andere Käse?  Sie erinnerte sich eine „Pizza 4 Formaggi" bestellt zu haben, und nicht ein Schmierkäsepastetenblatt. Nun, beim Versuch dieses Objekt zu konsumieren, zerknackte es unter der Gabel und zerbröselte in ihren Fingern. Sie biss in ein Pizzablattstück hinein, versuchte zu kauen, spürte aber nur Geknacke unter ihren Zähnen und einen fauligen bitteren Geschmack von Vergorenem auf der Zunge. Sie hatte Lust alles ausspucken, doch wollte vermeiden, sich auffällig zu benehmen. Sie begab sich Richtung WC, doch es war besetzt, und aus dem Inneren hallten extreme Geräusche von einer würgenden Person heraus, die sich anscheinend übergab. Sie dachte, „zum Glück bin ich nicht die Einzige", und setzte sie sich wieder an ihren Tisch. Sie spuckte diskret die Reste in ihren Atemschutz und schob alles angewidert beiseite.
Gerade fegte eine frische Brise durch den offenen Saal, als ihr der Pizzastaub in die Atemwege wehte. Sie begann stark zu husten, und in dem Hustenwind  erflüchtigte sich der Reste des Pizzablatts als Staub im Nichts.
Doch der Happen hinterließ sogleich seine Wirkung, anscheinend hatte sie doch ein wenig von der faulen Schmierkäsepaste heruntergeschluckt, starke Magenkrämpfe suchten sie urplötzlich heim, sowie ein starker Schluckauf mit Sodbrennen. Extreme Darmwinde suchten Evakuation. Diskret versuchte sie sie abzulassen, indem sie einmal die linke Backe sachte anhob, einmal die rechte, aber auweia, ein lautstarkes "Bouuuumpuuuuuhuhupsssssssssss"  ertönte aus der Stuhlsenke. Ein extrem übel stinkender Darmwind wehte in den Raum. Sie hatte den Eindruck, alle Anwesenden drehten ihre Köpfe in ihre Richtung, aber dann ganz schnell wieder angewidert weg.  
Der Kellner kam nun an ihren Tisch, rümpfte die Nase und sie wurde puterrot. Doch scheinbar unbeteiligt oder einfach daran gewöhnt fragte er sie, ob es ihr geschmeckt habe. Sie nickte mit einem verkrampfen Lächeln, denn sah sie richtig? Hatte er einen Revolver in der Gürteltasche, auf den er gerade die Hand auflegte?

 „Fein, möchten sie noch ein Dessert?" –

„Oh, nein,  nein danke, einen starken Magenbitter und die Rechnung, bitte!" –

„ Sicher!" –

 Die Rechnung kam in Eilesschnelle:  

„49,50 €,  bitte!"-  

Es war nicht der nur Magenbitter, oder die noch immer anhaltenden Magenkrämpfe, die sie vom Stuhl rissen …

Liebe Grüße,
Ihre Miluna

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