Dienstag, 8. März 2011

Anekdoten aus Korsika: Fast zweimal schiefgegangen...Teil 1

Es war im Sommer 1986, mein Vater und ich waren wie jedes Jahr auf unserer sommerlichen Bergwanderung. Ausgestattet mit allem Notwendigen (unter anderem Vitamin-Mineralriegel und Trinkpulver), zusätzlich Praktischem (Minileichtfaltzelt, Solar-Lampen-Radios usw.) und Unpraktischem (wie z.B. die komplette Fotoausrüstung für unsere astronomischen Himmelsaufnahmen, die ungefähr 15 kg wog).

Diesmal sollte unser Ziel der Monte ­Alcudina (2134 m)im Süden der Insel sein, der im Herzen des Hochplateaus du Cosciune liegt. Da durch die Ebene auch der Fernwanderweg GR20 führt sollte die Wanderroute eigentlich gut signalisiert sein.



Sehr früh am Morgen fuhren wir mit unserem Pistenschruppi (unser marsroter Golf GTD) bis zu einer Bergerie hoch, parkten dort unseren Wagen, und bereiteten anschließend unseren Abmarsch vor.

Mit der Karte in der Hand wanderten wir dann etwa 1, 5 Stunden sehr bequem über die grüne Hochebene in das Plateau di Coscione hinein. Dieses Hochplateau verbreitet einen mystisch aber friedvollen Eindruck auf den Durchwandernden. Man könnte denken, sich in einer anderen Welt zu befinden, so als würde man gleich einem Fabelwesen, einem edlem Ritter auf seinem Ross, oder einem feuerspeienden Drachen begegnen ...

Wir überquerten einige Bäche und gelangten schließlich an eine Schaukelbrücke, bei deren Überqueren ich unweigerlich an eine Szene aus dem dritten Indiana Jones Film denken musste. Aber keine Sorge, Krokodile gibt es in diesem Teil Korsikas in den Bergbächen nicht!

Und dann begann der Aufstieg zum Monte Alcudina, im Zickzack kreuz und quer durch den Zauberwald. An einer Quelle tankten wir noch mal Wasser auf. (Ist im Reiseführer beschrieben!) und oberhalb der Quelle entdeckten wir die Ruinen der alten Refuge I Pidinelli, wo zelten erlaubt ist. Wir nahmen uns vor, hier vor Dunkelheit auf dem Rückweg unser Lager aufzuschlagen.



Dann folgten wir dem Weg zum Aufstieg des Monte Alcudina, es schien uns ziemlich einfach, da wir Schwierigeres gewohnt waren, es ging zwar immer bergauf, aber wir mussten wenig klettern. Wir hatten eine herrliche Sicht auf die grünen anliegenden Hügel und Steinbrockenflächen und auf das Bavella-Massiv.

Es war fast Mittag, heiß und feucht, als wir endlich den Gipfel des Monte Alcudina erreicht hatten. Wir warfen unser Gepäck ab, und näherten uns dem Betonkreuz, um nun die so viel beschriebene Sicht zu genießen. Doch auf einmal stiegen Nebelschwaden auf, die schnell ganz und gar die Sicht versperrten. Müde und enttäuscht ließen wir uns nieder und genossen eine Stärkung, und packten die Fotoapparate wieder ein. Wir beschlossen noch ein Weilchen zu warten, in der Hoffnung der Nebel würde sich legen, und wir könnten noch einige tolle Aufnahmen schießen, aber nichts. Der Nebel blieb und wir entschieden uns, aufzubrechen.

Da wir schon vorher die Karte ernsthaft studiert hatten, wussten wir, dass es zwei Wege zurückgab, den einem der GR20 weiter zu folgen in einem steilen Abstieg bis zur nächsten Bergerie, oder denselben Weg zurückzugehen. Beide waren wir uns einig, dass wir das nicht wollten, also machten wir uns an den Abstieg. Wir dachten daran, in der Hütte Asinao zu übernachten, und am nächsten Morgen dann noch einmal den Gipfel des Alcudina zu erklimmen, in der Hoffnung diesmal von der Sicht zu kosten, diesmal ohne Nebel!




Fortsetzung folgt...

Vielen Dank fürs Lesen,
herzlichst, Ihre Miluna

>> Hier lesen Sie Teil 2 meiner Anekdote

>> Hier geht es zu Teil 3 meiner Anekdote


© Miluna Tuani

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